• Die Regulierung der beiden Flüsse führt zu einer schleichenden Verlandung der
Au.
• Die lebendige March soll von Devin bis Prevov in einen toten
Schifffahrtskanal umgebaut werden.
• Die geplante S8-Autobahn soll mitten durch das wertvolle Amphibiengebiet
„Lange Luss“ südlich von Marchegg
führen.
• Ein Mega-Verkehrsknotenpunkt in der Region Malacky mit Flug- und Flußhafen
sowie Autobahn-Anschlüssen soll hunderte Hektar wertvoller Aulandschaft
zerstören.
Die UnterzeichnerInnen des Manifests setzen sich deshalb für ein
länderübergreifendes Schutzgebiet wie einen Nationalpark oder einen
Biosphärenpark ein, der
• den einzigartigen Naturraum der March-Thaya-Auen entsprechend den
internationalen Verpflichtungen dauerhaft bewahrt
und
• eine nachhaltige, ökologische Entwicklungsperspektive für die
Dreiländerregion Österreich-Tschechien-Slowakei bietet
Die UnterzeichnerInnen dieses Manifests richten ihren Appell für die Rettung
des letzten ungeschützten Naturparadieses Mitteleuropas an die zuständigen
Politiker in Österreich, Tschechien und der Slowakei.
8. Juli 2010
Wir haben es geschafft! Der Vorschlag zur
Legalisierung der kommerziellen Waljagd ist gescheitert, und unsere Kampagne
hat dabei geholfen.
Das EU-Parlament hat sich gegen die Zulassung von Klonfleisch und
Milchprodukten geklonter Tiere ausgesprochen. Damit blockierten sie auch die
dazugehörende Verordnung für "neuartige Lebensmittel", die
entsprechend hätte ergänzt werden sollen.
Neue Richtlinie
Die EU-Kommission soll nun nach dem Willen des Parlaments eine neue Richtlinie
erarbeiten, welche Nahrungsmittel von geklonten Tieren oder deren Nachkommen
"explizit" verbietet. Bis dieses Gesetz vorliege, soll ein Moratorium
jeglichen Verkauf verhindern.
Klonprodukte nicht erwünscht
Eine Eurobarometer-Umfrage von Juli bis Oktober 2008 unter 25.000 Personen in
den 27 EU-Staaten lieferte klare Resultate: Fast 60 Prozent der Befragten
lehnten das Klonen von Tieren für die Lebensmittelproduktion ab.
Momentan gibt es in der EU keine klare Regelung über die Zulassung oder das
Verbot des Verkaufs von Nahrungsmitteln geklonter Tiere.
Ministerrat gefordert
Nach dem Votum im Parlament ist nun der Ministerrat gefordert. Akzeptiert er
die Position des EU-Parlaments in Sachen Klonfleisch nicht, muss ein Kompromiss
zwischen den beiden Seiten gesucht werden. Die EU-Landwirtschaftsminister
hatten sich vor einem Jahr dafür ausgesprochen, Nahrungsmittel von Nachkommen
geklonter Tiere zuzulassen.
STEINIGUNG von FRAUEN
Weltweiter Protest konnte die Iranerin Sakineh Mohammadi Ashtiani vor dem
Tod durch Steinigung bewahren.
Aber stattdessen könnte sie gehängt werden, und die Steinigungen gehen vielfach
weiter.
Ein weltweiter Aufruf ihrer Kinder erreichte die vorläufige Aussetzung von
Sakinehs Urteil. Internationaler Druck funktioniert und zeigt, daß wir
zusammenkommen und unserem Entsetzen Ausdruck verleihen, Leben retten und
Steinigungen endgültig beenden können. Unterschreiben Sie die dringende
Petition und leiten Sie diesen Aufruf an alle, die Sie kennen, weiter.
Lassen Sie uns diese grausame Praxis JETZT stoppen!
Sakineh sowie zwölf weitere Frauen und ein Mann wurden alle wegen Ehebruch zum
Tod durch Steinigung verurteilt. Ihre Kinder und Ihr Anwalt sagen, daß sie
unschuldig sei und ihr Geständnis erzwungen worden wäre. Da Sie nur
Aserbaidschanisch spreche, habe Sie die Fragen des Gerichts zudem nicht
verstehen können.
Obwohl der Iran eine UNO-Konvention unterzeichnet hat, die den Vollzug der
Todesstrafe nur für "schwerste Verbrechen" zuläßt und die iranische
Justiz die Gerichte angewiesen hat, auf Steinigungen zu verzichten, werden bei
Ehebruch immer noch solche Urteile gesprochen.
Sakinehs Anwalt sagt, die iranische Führung habe Angst gehabt vor der
Reaktion der iranischen Öffentlichkeit und der Internationalen Aufmerksamkeit
. Nachdem sich der türkische und britische Außenminister gegen die geplante
Steinigung ausgesprochen haben, wurde das Urteil ausgesetzt.
Sakinehs Kinder führen eine weltweite Kampagne an, um ihre Mutter zu retten und
Steinigungen endgültig zu beenden. Eine massive internationale Verurteilung
könnte dieses barbarische Urteil stoppen .
DER
STANDARD, 21.7.2010
http://diestandard.at/1277338489892/Hoffnungen-fuer-afrikanische-Frauen
(Klaus Taschwer)
Erstmals dürfte ein Vaginalgel die HIV-Neuinfektionsrate bei Frauen senken. Als
noch wirksamer erwies sich indes ein Experiment mit Geldspenden
Der Kampf gegen Aids ist eine lange Geschichte von medizinischen
Erfolgsmeldungen, die sich dann doch wieder als nicht so toll herausstellen.
Erst im September 2009 jubelten die Weltgesundheits- organisation WHO und viele
Medien nach einer hunderte Millionen Dollar teuren Studie in Thailand, dasß
eine Impfung das Risiko einer HIV-Ansteckung um 31,2 Prozent gesenkt habe.
Das Ergebnis erwies sich, genauer betrachtet, als wenig sensationell. Erstens
war es statistisch nicht besonders signifikant, und zweitens wußte man nicht
wirklich, wie das Medikament eigentlich wirken sollte. Bei der laufenden
Konferenz "Aids 2010" in Wien wurden die Hoffnung auf eine
HIV-Impfungen in absehbarer Zeit indes wieder gedämpft.
Gestern berichteten ForscherInnen in Wien und quasi zeitgleich im
US-Fachjournal "Science" vom nächsten möglichen Erfolg bei der
Vorbeugung gegen Aids: Ein Vaginalgel, das zu einem Prozent aus
Anti-HIV-Wirkstoff Tenofovir besteht, könne die HIV-Übertragung bei
heterosexuellem Geschlechtsverkehr um 39 Prozent senken.
HIV-Prävention für Frauen
Auch diesmal zeigte sich die WHO erfreut. Der Unaids-Generaldirektor Michel
Sidibe begrüßte die Ergebnisse ebenfalls: "Wir geben Frauen Hoffnung. Zum
ersten Mal sehen wir Resultate für eine HIV-Prävention, die von der Frau
durchgeführt werden kann." Angesichts der nun wieder geschürten Hoffnungen
ist auch die Euphorie über die neue Studie aus Südafrika, wo 5,7 Millionen
Menschen HIV-positiv sind, wieder etwas zu relativieren - auch wenn nach vielen
gescheiterten Anläufen nun erstmals eine chemische Vorbeugung mit einem
sogenannten Mikrobiozid zu helfen scheint.
Zunächst ein Blick auf die Fakten: An der neuen Studie nahmen 889
südafrikanische Frauen im Alter zwischen 18 und 40 Jahren teil, die HIV-negativ
waren. 444 Frauen erhielten ein Placebo-Gel ohne Wirkstoff, 445 das echte Gel.
Nach einem Beobachtungszeitraum von 30 Monaten zeigte sich, dass es bei den
Frauen, die das Placebo-Gel anwendeten, zu 60 HIV-Infektionen kam. In der
Gruppe mit dem echten Gel waren es nur 38, also minus 39 Prozent. Zudem senkte
es die Genital-Herpes-Infektionen um 51 Prozent.
Abgesehen von den (eher geringen) Nebenwirkungen ist die Anwendung des Gels
recht aufwändig: Es sollte bis zu zwölf Stunden vor und zwölf Stunden nach dem
Geschlechtsverkehr angewendet werden. Zudem müssen die Zahlen, die auf wenige
Probanden zurückgehen, erst noch durch größere Studien erhärtet werden.
Schließlich ist die Schutzrate dieses "chemischen Kondoms" von rund
40 Prozent im Vergleich zu einem aus Gummi wenig perfekt.
Immerhin scheint das Konzept richtig zu sein, wie US-Forscher Anthony Fauci in
seinem Plenarvortrag bei der Aids-Konferenz indirekt bestätigte: Da das
HI-Virus eigentlich ineffizient bei der Infektion von Menschen und ganz am
Beginn extrem verwundbar sei, seien Vaginalgels dem Prinzip nach ein
brauchbarer Ansatz.
Ein Erfolg ist die Studie, die rund 15 Mio. Euro gekostet hat, jedenfalls für
die Pharmafirma Gilead Sciences, die das Gel entwickelt. Deren zuletzt unter
Druck geratene Aktienkurse sind nach Bekanntgabe der Studie stark gestiegen -
obwohl die Firma das Gel, das pro Anwendung rund 20 Cent kostet, gratis abgeben
will.
Geld hilft noch mehr
Erfolgreicher als die Mikrobizid-Studie in Südafrika war eine Untersuchung in
Malawi, für die 3800 Mädchen und Frauen zwischen 13 und 22 in zwei Gruppen
eingeteilt wurden: Die Teilnehmerinnen der einen Gruppe erhielten ein bis fünf
Dollar, wenn sie regelmäßig die Schule besuchten, und ihre Eltern vier bis zehn
Dollar monatlich. Die anderen jungen Frauen bekamen kein Geld.
Das Ergebnis: Die Neuinfektionsrate bei den Frauen ohne Geldspenden betrug drei Prozent, jene der Frauen mit Geld, nur 1,2 Prozent. Macht eine Erfolgsquote von über 60 Prozent. Die einfache Erklärung: Frauen mit etwas mehr Geld kamen weniger oft in Versuchung, sich mit riskantem Sex Geld zu verdienen.
Diese Studie kostete übrigens bloß 400.000
Dollar.